Reinhard Weiß
Labor Netzgerät RNG-1501 USB (McPower)

RNG-1501 USB Das Netzgerät RNG-1501 von McPower ist sehr preiswert und etwas exotisch, weil es für die Stromanzeige ein analoges Messgerät verwendet, für die Spannung jedoch eine digitale Anzeige hat. Die analoge Anzeige kann von Vorteil sein, wenn die Stromaufnahme stark schwankt, was bei digitaler Anzeige kaum vernünftig ablesbar wäre. Das Gerät hat eine einstellbare Ausgangsspannung von 0-15 V bei 1 A. Besonders praktisch ist die zusätzliche Bereitstellung einer USB-Spannung 5 V/400 mA über eine Buchse USB-A auf der Frontseite, etwa für die Aufladung externer Geräte über USB.

Das ist auch der Unterschied zum "normalen" RNG-1501, das nur 2 analoge Instrumente hat und kein USB. Während die USB-Version bei eBay schon ab 20 € inkl. Versand zu bekommen ist (etwa über goeni2), wobei man aber auch ebenso 40 € zahlen kann, wird für die analoge Version sogar bis zu 52 € verlangt (meinpaket.de). Es lohnt sich also ein Preisvergleich.

Ein Kurztest zeigt eine sehr gute Genauigkeit der Digitalanzeige, die sich aber (wie auch die Stromanzeige) nur auf die Ausgangsklemmen bezieht, also nicht für den USB-Ausgang gilt. Ganz praktisch ist auch die Spannungsumschaltung 5 V/15 V, die eine feinfühligere Einstellung kleinerer Spannungen ermöglicht (beide Bereiche gehen aber ab 0 V) und einen gewissen Schutz gegen zu hoch eingestellte Spannungen bei 5 V-Schaltungen bietet. Hier ist allerdings zu beachten, dass sich beim Umschalten die eingestellte Ausgangsspannung stark ändert. Hat man z.B. im 5 V-Bereich etwa 5 V eingestellt und braucht jetzt aber 5,5 V, geht beim Umschalten auf den 15 V-Bereich der Ausgang auf 14 V hoch! Das kann für manche Schaltungen tödlich sein.

Tückisch an dem Gerät ist auch, dass der rückseitige Transistor (2N3055, siehe Bild unten) isoliert eingebaut, aber ungeschützt befestigt ist. Sein Gehäuse führt 30 V und da sollte man keinen Kurzschluss zur Masse (Minusklemme) machen. Das Netzgerätegehäuse ist elektrisch nicht kontaktiert und liegt in der Luft. Da das Gehäuse auch nicht geerdet ist (nur 2-poliger Netzanschluss), handelt es sich um ein Gerät nach Schutzklasse II. Dies würde aber doppelte bzw. verstärkte Isolierung zwischen Netzstromkreis und Gehäuse verlangen, die ich nicht erkennen kann (die Netzspannung führenden Adern haben eine sehr dünne Isolierung und können das Gehäuse berühren). Auch fehlt das erforderliche Schutzklassensymbol. Das Gerät hat zwar eine CE-Kennzeichnung (vom Importeur, nicht vom Hersteller), aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Eine Konformitätserklärung liegt (natürlich) nicht bei.

Auf der Rückseite des Geräts ist eine weitere USB-Buchse, vom Typ B, wie sie etwa bei Druckern verwendet wird (siehe Bild unten). In der Beschreibung ist sie nicht erwähnt, aber man könnte denken, die ist einfach zur vorderen Buchse parallel geschaltet. Es kommt an ihr jedoch keine 5 V heraus!

RNG-1501 USB

Eine Nachfrage bei meinem Lieferanten brachte keine Klarheit, weil der selber zur Auskunft erhielt, dass die Buchsen sehr wohl parallel geschaltet seien und 5 V auch dort anstehen würde. Um hier Klarheit zu bekommen, habe ich die Verdrahtung kontrolliert. Danach ist es so, dass die Buchsen zwar parallel geschaltet sind, jedoch nicht der Pin 1, 5 V USB. Der Punkt ist auf der Platine der hinteren Buchse überhaupt nicht kontaktiert.

Was hat das zu bedeuten? Ist das ein Design-Fehler? Die Fertigungsqualität solcher Fernost-Geräte ist ja häufig zweifelhaft, aber hier liegt wohl etwas anderes vor. Im Grunde ist es doch klar, dass eine Buchse vom Typ B gar keine 5 V liefern darf. Denn üblicherweise werden damit die Clients (Slaves), also die zu steuernden Geräte, angeschlossen, die sich vielmehr über solch eine Buchse die Betriebsspannung besorgen (z.B. bei externen Festplatten, Brenner etc.) oder daran die Verbindung zu einem Master (PC) erkennen. Die Buchse darf selber also keine Spannung liefern, um eine Kollision mit dem Master (PC) zu vermeiden.

Wozu kann man dann die Buchse verwenden? Wenn man etwa einen PC/Laptop hat, der vielleicht nicht in der Lage ist, den vom angeschlossenen USB-Gerät benötigten Strom aufzubringen, und eine mögliche Stromverstärkung durch ein sogenanntes Y-Kabel an eine weitere USB-Buchse nicht möglich oder ausreichend ist, kann man das Netzgerät dazwischen schalten: Den PC an die hintere USB-Buchse, das Laufwerk an die vordere. Dort kann das Gerät dann bis etwa 400 mA entnehmen. Die Kommunikation wird durchgeschleift. Für unterwegs ist das natürlich etwas umständlich :-) Es ist außerdem zu beachten, dass die Buchsen-Gehäuse nicht mit einander verbunden sind, sie sind frei, das bedeutet, dass die Kabelabschirmung zwischen beiden Kabeln unterbrochen wird.

Für den USB-Ausgang wird ein eigener 5 V-Regler verwendet, der nur einen kleinen Kühlkörper hat (im unteren Bild rechts oben zu erkennen). Als Schutz bzw. zur Strombegrenzung liegt zum Ausgang ein 1,5 Ohm Leistungswiderstand in Reihe. Somit ist die abgegebene Spannung vom Laststrom abhängig. Bei 400 mA stehen dann nur noch etwa 4,3 V zur Verfügung, bei 500 mA etwa 4,0 V. Über etwa 600 mA wackelt die Digitalanzeige und bei noch höheren Strömen schaltet das Netzgerät ab und es ertönt ein Signalton (Tongeber auf dem Bild unten rechts).

RNG-1501 Platine Ansonsten kann ich zur Fertigungsqualität nur wieder sagen, dass deutsche Hersteller sich nicht trauen würden, so etwas auszuliefern, siehe nebenstehendes Bild: Man hat sich in der Leiterplattenfertigung offensichtlich den Reinigungsvorgang nach dem Schwallbad gespart und so ist die Platine mit einem festen weißen Belag übertüncht (oder hat die Platine einen Wasserschaden oder ist sie in ein Farbbad gefallen?), sogar bei dem IC-Sockel sind sämtliche Steckkontakte grün korrodiert (Patina), wie auch bei den Anschlussdrähten der Widerstände, wie man auch auf dem Bild erkennen kann.


(erstellt 15.01.2012, neu strukturiert 25.12.2017)

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© Reinhard Weiß 2017 - letzte Änderung: 25.12.2017 22:48 / 1