Reinhard Weiß - Umbauanleitung von M. Buschmann
Umbau des Kabel-Testers NSS-468 in SMD-Ausführung

Bei den RJ45-Kabel-Testern gibt es viele ähnlich aussehende Versionen, die sich aber im Detail untereinander unterscheiden. Das ist die verwendete Technologie (SMD oder Durchsteckmontage, THT), die Schaltungstechnik (Spezialprozessor oder Standard-CMOS-Logik) oder die Anzahl der verbauten Dioden bei den Leitungszweigen, wie ich hier beschrieben habe. Wenn nicht alle "notwendigen" Dioden verbaut sind, wird die universelle Verwendbarkeit des Testers eingeschränkt. Denn manche mehradrigen Kabel oder auch solche mit verdrehten Adern sind dann nicht oder nur eingeschränkt testbar. Darüber schreiben die Anbieter aber nie etwas. Tatsächlich ist es in vielen Fällen möglich, die fehlenden Dioden nachzurüsten. Leider wird ein nachträgliches Einlöten der Dioden aber erschwert, wenn die Platinen in SMD gefertigt wurden. Manchmal scheitert ein Umbau auch schon daran, dass man das Gehäuse des Geräts nicht öffnen kann (hat der Hersteller hier auch an den Schrauben gespart?). Doch es gibt Hoffnung: M. Buschmann hat eine Anleitung zum Umbau für die Variante NSS-468A verfasst, die vielfach bei eBay angeboten wird. Dabei ist zu beachten, dass die Angebotsabbildung (etwa bez. Position der Schrauben) nicht mit dem gelieferten Produkt übereinstimmt.

Anleitung zum Umbau eines NSS-468A, von M. Buschmann (C)

(Bilder vergrößern durch Anklicken)

BS-468

Auch bei diesem Cable-Tester wurden sowohl im Sender (Master), wie auch im Empfänger (Remote) Dioden eingespart, wodurch eine absolut vollständige Prüfung der Datenkabel-Adern nicht möglich ist. Sowohl im Sender, als auch im Empfänger sind lediglich 3 Dioden bestückt worden, wodurch somit je 6 Dioden nachbestückt werden müssen (insgesamt sind es also 9 Dioden in jedem Gerät: 8 Dioden für die 8 Adern eines RJ45-Daten-Kabels und 1 Diode für die Schirmung). Ich habe die Diode 1N4004 verwendet, weil ich sie vorrätig hatte. Ansonsten ist die Wahl der Diode ziemlich unkritisch, weil hier im Regelfall nur sehr geringe Ströme fließen. Die neuen Geräte sind in SMD-Technik ausgeführt, wodurch sich leider die Nachbestückung verkompliziert.
Der Empfänger ist über eine Schwalbenschwanzführung mit dem Sender verbunden. Der Empfänger kann somit leicht vom Sender getrennt werden. Einen von mir aufgenommenen Stromlauf des Geräts stelle ich hier zur Verfügung.

 

Nachbestückung des Senders

1. Öffnen des Gerätes:

BS-468BS-468Die Frontseite ist mit einer dicken Folie beklebt, hinter der sich 4 Kreuzschlitzschrauben befinden. Auf dem Foto links erkennt man die Lage der Schrauben. Mit einem scharfen 6 mm Bohrer, den man per Hand betätigt, wird die Folie vorsichtig herausgeschnitten. Hierbei wird die Beschriftung in der Nähe der Schraubbohrungen beseitigt, was aber bei der Bedienung des Gerätes später keinen Nachteil erzeugt. Der Grat kann sehr gut mit einem Senkbohrer beseitigt werden. Die vier Frontschrauben können nun herausgeschraubt werden.

BS-468Eine weitere, leicht zugängliche Schraube befindet sich im geöffneten Batteriefach. Hat man diese Schraube ebenfalls gelöst, kann man den Deckel abheben und die Platine herausnehmen. ACHTUNG: Der Schiebeschalter-Knopf ist auf den Schalter nur locker aufgesteckt und deshalb öffnen Sie das Gerät über der Tischplatte, damit der kleine Knopf nicht verloren geht.

 

2. Aufkleben von sechs Dioden:

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Auf der Bestückungsseite der Platine ist ausreichend Platz, die 6 Dioden mit „Stabilit Express“ von Pattex nebeneinander aufzukleben.

Der Kleber ist unkritisch und es kann auch Heißkleber oder ein anderer Klebstoff verwendet werden. Wichtig ist nur, dass die Dioden sich beim Hantieren mit dem Gerät garantiert nicht lösen. Beachten Sie die einheitliche Lage der Dioden. Da alle Dioden-Anoden an den Controller angeschlossen werden müssen, ist die abgebildete Position der Dioden vorteilhaft. Die Dioden-Anschlüsse werden nach dem Aushärten des Klebers gemäß Foto gekürzt.

 

3. Verdrahtungsplan:

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Im linken Foto ist ersichtlich, an welche Punkte die Kathoden (K) und Anoden (A) der Dioden 1 bis 6 verbunden werden müssen. Ein Anlöten der Drähte direkt an den LEDs ist leider nicht möglich, weil hier der Gehäusedeckel mit seinen Rändern um die LEDs im Wege ist.

Im Bild ist die Numerierung der Dioden D2 und D3 in D3 und D4 geändert (wie im Stromlauf).

 

4. Verdrahtung der Dioden:

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Die Verdrahtung erfolgt mit Kupferdraht, wie er bei der Fädeltechnik verwendet wird. Dieser Draht hat den Vorteil, dass die Isolation beim Verzinnen der Drahtenden verschwindet. Man erspart sich somit das mühsame Entisolieren. Man verzinnt die Drahtenden und bringt Zinn auf die Lötstellen der Leiterplatte. Wenn man dann das Drahtende auf die Lötstelle legt und das Zinn erhitzt, ergibt sich eine gute Verbindung. Am Controller (SAM8928) muss man ruhige Hände haben, aber das Löten ist letztendlich auch bei nicht optimalen Augen kein Problem.

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Die Leitungen werden einfach um die Platine herum gelegt und mit den Dioden verbunden. Zwischen Platinenseiten und Gehäuse ist ausreichend Platz. Man muss lediglich beachten, dass die Drähte auf der Kupferseite genügenden Abstand von den Bohrungen haben, damit sie später durch die Verschraubung nicht gequetscht werden. Man sollte die Leitungen nach dem Verdrahten mit Silikon zusätzlich fixieren (auf dem Foto nicht dargestellt).

 

5. Prüfung der Verdrahtung:

Es empfiehlt sich, alle Verbindungen vor dem Zusammenbau mit einem Durchgangsprüfer zu testen. Den Zusammenbau des Senders sollte man noch zurück stellen, bis auch der Umbau des Empfängers abgeschlossen ist, und dann mit einem normalen LAN-Patchkabel die richtige Funktion überprüfen. Erst danach beide Geräte wieder zusammenbauen.

 

6. Zusammenbau:

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Zuerst Platine wieder in das Unterteil des Gehäuses einlegen. Hierbei ist darauf zu achten, dass keine Drähte an den Bohrungen eingeklemmt werden.

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Nicht vergessen, den Schalterknopf nun wieder aufzusetzen.

BS-468BS-468

Nun wird das Oberteil aufgesetzt und alle fünf (!) Schrauben festgezogen (ACHTUNG: Nicht überdrehen!).

 

Nachbestückung des Empfängers

Im Gegensatz zum Sender ist die Nachrüstung des Empfängers erheblich leichter.

1. Öffnen des Gerätes und Platine herausnehmen:

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Die Öffnung erfolgt in der Weise, wie sie bereits beim Sender beschrieben wurde. Die Position der Schrauben entnimmt man dem Foto links. Nach dem Abheben des Deckels kann man die Platine herausnehmen.

 

2. Bestückung der Platine mit Dioden:

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Die 7 rot markierten Stellen werden mit einem 0,8 mm Bohrer aufgebohrt.

Um die markierten Stellen herum muss vor dem Löten der Lötstopplack entfernt werden. ACHTUNG: Beim Beseitigen des Lötstopplackes muss man sehr vorsichtig sein, da die CU-Schicht äußerst dünn ist (Billigprodukt!). Dies geht ganz gut mit einer Minibohrmaschine, die man bei mäßiger Umdrehungszahl betreibt. Dann dreht man die Leiterplatte um und bestückt sie gemäß Foto mit den Dioden.

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Die Dioden werden mit den Kathoden (Markierung) in die Bohrungen gesteckt und - wie auf dem Foto dargestellt – an den Anoden miteinander verlötet. Man beachte die gemeinsame Rückleitung der verbundenen Dioden, die gemäß Foto angelötet wird.

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Dann verlötet man alle Anschlüsse auch auf der Kupferseite.

 

3. Zusammenbau des Empfängers:

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Die Platine wird auf die Gehäusezapfen des Gehäuseunterteiles aufgelegt.

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Das Oberteil wird aufgelegt und mit den drei Schrauben wieder festgeschraubt.

 

Das Gerät ist nun vollständig bestückt und kann verwendet werden.

(C) Inhalt, Text und Bilder M. Buschmann, 25.04.2021, formatiert von R. Weiß

 

Links: Bezugsquelle (Beispiel) www.ebay.de/itm/164310347602

(erstellt 26.04.2021, geändert 27.04.2021)

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© Reinhard Weiß 2021 - letzte Änderung: 27.04.2021 17:27 / 1